QH 96

Zuordnung:
Titulatur:
Zeit:
Epoche: Altes Reich
Mumie: ja (?)
Ausgrabung / Dokumentation:

u.a. Rösing

Grababmessungen: ca. 1,5 qm
weiterführende Literatur:
Quellen:

1. LÄ 5, Sp.55ff.
2. RÖSING, F.W., Qubbet el Hawa und Elephantine - Zur Bevölkerungsgeschichte von Ägypten
3. EDEL, E., Die Felsengräbernekropole der Qubbet el-Hawa bei Assuan, I. Abteilung Bd.2, Herausgegeben Seyfried / Vieler, Schöningh Verlag 2008

Einzelkammergrab aus dem Alten Reich. Es gibt (auf Grund der Fundnummer) eine Sargkammer.
Nach Rösing (S. 20) enthielt es eine gestörte, aber vollständige Bestattungen. Dabei handelt es sich um eine weibliche Verstorbenen im Alter von etwa 23 bis 32 Jahren mit schwach europiden Typus, die in das Alte Reich datiert wurde (siehe Anmerkung).

Äusserlich würde ich das Grab als Stollengrab bezeichnen. Der Eingang befindet sich mit seiner Unterkante etwa 2,00 bis 2,50 m über dem Sandboden und hat eine Abmessung von etwa 0,85 m Breite und ein Höhe von etwa 0,75 m, die Länge beträgt etwas weniger als 2,00 m. Die Rückwand ist nicht glatt und gerade ausgearbeitet und wirkt unfertig.

Abb. 2: 96/2/SK, weiblich, Röntgenaufnahme, generalisierte Osteoporose Abb. 3: 96/2/SK, weiblich, Röntgenaufnahme, Detailaufnahme Gesicht Abb. 4: 96/2/SK, weiblich, Röntgenaufnahme, Hinterhaupt
Bei der Untersuchung der Skelettreste wurde eine cribröse Oberfläche der Gesichts- und Basisknochen festgestellt, möglicherweise als Erscheinung einer generalisierten Osteoporose.
Bildnachweis:

Abb. 1: J. Müller

Abb. 2 bis 4: Rösing, F.W., mit freundlicher Genehmigung Prof. Rösing

Abb. 1 : Lage des Grabes (und Form)
Anmerkung:

In der Nachlassausgabe von Edel (3) wird eine aufgefundene Bestattung nicht erwähnt. Dort heisst es in der überaus kurzen Grabbeschreibung auf S. 1314: "...Am nördlichen Eingangsbereich haben sich geringe Bruchsteinreste einer Vermauerung des vollkommen fundleeren Raumes erhalten." Die bei Rösing (2) erfassten und QH 96 zugeordneten sterblichen Überreste, dort unter der Individuennummer 414 ( bei EDEL [3] als "Rösing-Nr." bezeichnet) mit Fund-Nr. 96/2/SK finden sich bei EDEL (3) in Grab QH 97a mit der Fundnummer 97/2 wieder (S. 1316). Dies könnte zutreffend sein, zumindest legt dies die Befundskizze von QH 97a (in 3, S. 1315) nahe, in jedem Falle dürfte aber eine Fundnummer mit der Bezeichnung "SK" nicht gerechtfertigt sein.

Falsch ist zumindest die Bildunterschrift der Abb.1 auf Seite 1317 bei EDEL. Anstelle der Bezeichnung QH 94a müsste es heißen QH 96, zumal ein QH 94a m.E. bisher nicht bekannt ist. Es ist von einer Verschreibung auszugehen.