QH 206a

Zuordnung:
Titulatur:
Zeit:
Epoche: Altes Reich
Mumie: ja
Ausgrabung / Dokumentation:

1969 EDEL

Grababmessungen:
Quellen:

LÄ 5, Sp.59/60.
F.W.Rösing, Qubbet el Hawa und Elephantine - Zur Bevölkerungsgeschichte von Ägypten

Kleine pfeilerlose Einkammeranlage aus einer kleinen gestreckten "Kultkammer" mit einem kleinen querliegenden "Anhang", in dem man sich eine Sargkammer denken könnte. Bei der Entdeckung 1969 und der anschließenden Freilegung wurde diese Bestattungsanlage noch zu QH 206 gerechnet, bezeichnet als 206/alpha. Da mit kleinen griechischen Buchstaben (bei EDEL, dagegen mit lateinischen Grußbuchstaben bei RÖSING) einfache Schächte in den Höfen gezählt wurden, änderte EDEL für die damit zu eigenständigen Grabanlagen aufgewerteten Anlagen QH 206/alpha und QH 207/alpha die Nomenklatur in QH 206a und QH 207a. Dies ist natürlich gerade im vorliegenden Fall auch nicht recht befriedigend, da diese Anlagen nun ihrerseits keine "eigentliche Bestattungsanlage" in der Architektur ausgeformt haben. Vielmehr diente wohl der gesamte Innenraum als Deponierungsort für die Bestattungen und den Kultvollzug" (1)

Die für QH 206a verzeichneten Objekt-Nummern wurden inmitten der Bearbeitung von QH 206 vergeben und beginnen dadurch nicht mit einer Objekt-Nr. 206a/1 sondern setzen sich mit 206/159 fort. (2)

Bei Ausgrabungen in QH 206 wurden menschliche Überreste von 75 Individuen (lt. RÖSING, Anh. B) geborgen und u.a. von Prof Rösing untersucht werden. Diese wurden zunächst alle QH 206 zugeordnet.

In der Folge wurde jedoch die Begräbnisstätte A als eigene Grabanlage definiert und somit die dort geborgenen 10 Bestattungen dem neu benannten Grab 206a zugeordnet. In der Anmerkung 1 Band III Seite 1817 in EDEL (Nachlassausgabe) heisst es dazu: "Anstelle der Bezeichnung "Schacht 0" und der zeitweiligen Benennung mit "Südschacht" wurde - anscheinend in den 80er Jahren die endgültige Kennzeichnung "Schacht I" gewählt. Diese Änderung konnte F.W. Rösing wohl nicht mehr rechtzeitig mitgeteilt werden, so dass in unserer Verwendung der anthropologischen Daten eine Verschiebung der Schachtnummern - auch für das Rösingsche Material - durchgeführt werden musste: Schacht 0 wird zu "Bestattungsanlage I", die Schächte I, II, III, IV entsprechend zu den Anlagen II, III, IV und IV. Diese Änderung wurde allerdings nicht strikt in allen Unterlagen und Materialien durchgeführt, so dass bei der Ms-Erstellung reichlich Anlass zur Konfusion gegeben war. Die Herausgeber hoffen indes, auch in diesem Falle nichts verschlimmbessert zu haben. Übrigens wurden im gleichen Zuge auch die ursprünglich fälschlich als 206alpha geführte (Grab)Anlage folgerichtig zu QH 206a."

Individual-Nr. Fund-Nr. Geschlecht Alter Zeit Anmerkung
223 206/159/ASK-2 M 23 - 39 AR
224 206/159/ASK-3 M 23 - 39 AR
225 206/161/ASK-2 M 39 - 48 AR Rasse: klar europid
226 206/162/ASK-1 M 26 - 35 AR Rasse: klar europid, [001]
227 206/162/ASK-2 M 44 - 53 AR
470 206/159/ASK-1 W 34 - 43 AR Rasse: schwach europid
471 206/160/ASK W 48 - 57 AR Rasse: klar europid [002]
472 206/161/ASK-1 W 23 - 32 AR Rasse: klar europid [003]
649 206/159/ASK-4 NE 8 - 9 AR
650 206/162/ASK-3 NE 4 - 5 AR

Folgende Auffälligkeiten sind vermerkt:

206/161/SKA-2

Europider der Mittelgruppe mit großen Kiefern

206/162/SKA-2

Mann, Osteoklastische Metastasen am Hirnschädel

[001] Mann, 26 - 35 Jahre, AR, Nasenfraktur links

[002] Frau, 48 -57 Jahre, AR, bösartige Neoplasmen, Metastasen Hirnschädel, mittlere Verformung Scaphcephali

[003] Frau, 23 - 32 Jahre, Asymetrie Schädel, Schiefhals, Zahnentwicklungsstörung, 63 (Milchzahn) persistiert

(1) nach Anmerkung 2 bei EDEL, Nachlassausgabe Seyfried / Vieler, Teil III, S. 1855

(2) ebenda, Anmerkung 1